3000 Kilometer Europareise. Quelle: Kaffee / Pixabay
Quelle: Kaffee / Pixabay

Wir tun es wieder: In der Elternzeit quer durch Europa

Beim letzten Mal war es lang, weit und gut. Deshalb machen wir es nochmal: Länger und doch kürzer und, mal sehen, vielleicht sogar noch besser. Wir unternehmen eine Elternzeit-Reise, zum zweiten Mal, und reisen mit unserem Wohnmobil und unseren Töchtern durch Europa.

Im Mai kam unsere zweite Tochter Julia zur Welt. Sie ist gesund, quietschfidel und – das haben wir bei dem ein oder anderen Testwochenende festgestellt – auch begeistert vom Wohnmobil. Was lag also näher, als einfach noch einmal eine Elternzeit-Reise zu planen?

Dieses Mal: „Nur“ 3000 Kilometer

Im vergangenen Jahr haben wir mit Joana, die nun die „Große“ ist, eine Reise von knapp 6000 Kilometern durch den Südwesten Europas unternommen, sind von Düsseldorf aus durch Österreich nach Italien, mit der Fähre nach Spanien, von dort aus nach Andorra und dann nach Südfrankreich, durch Monaco, in die Schweiz und zurück durch den Schwarzwald an den Rhein gefahren. In diesem Jahr wollen wir in den Südosten Europas. Wir haben uns statt zwei dieses Mal sogar drei Monate Zeit genommen und – anders als beim letzten Mal – die Reiseroute nur sehr grob festgelegt. Statt 6000 Kilometern haben wir diesmal nur etwa 3000 Kilometer geplant.

Das ist die grob geplante, vorläufige Route – Änderungen sind sehr wahrscheinlich:

Wir wollen von Düsseldorf aus nach Leipzig und dort Joanas und Julias Großeltern besuchen, dann nach Passau (das hat Anne sich gewünscht, weil sie noch nie dort war), weiter nach Österreich nach Salzburg und ins Salzkammergut (ein Wunsch von mir, Oliver), an den Wörthersee (ist halt auf dem Weg), durch den Karawankentunnel nach Slowenien und dort ins Soca-Tal, das uns ein Begriff ist, weil wir sehr gerne Kajak fahren und die Soca als smaragdgrüner Wildfluss eines der beliebtesten Wildwasserreviere für Paddler ist. Vom Triglav-Nationalpark aus, in dem die Soca fließt, wollen wir weiter in die slowenische Hauptstadt Ljubljana, die sehr schön sein soll und dann an die kurze slowenische Küste: Nur 46 Kilometer Küstenlinie hat das Land, das früher zu Jugoslawien gehörte. Die Städte dort, allem voran das kleine Hafenstädtchen Portoroz, sind sehr venezianisch geprägt. Nicht verwunderlich, da Venedig doch nur wenige Kilometer gegenüber am anderen Ufer der Adria liegt.

Entlang der Küstenlinie wollen wir weiter nach Kroatien und dort mal schauen, wie weit nach Süden wir kommen. Wahrscheinlich von der Hafenstadt Pula aus wollen wir dann ein Stück zurück und auf dem Landweg die nördliche Adria umrunden. Mutmaßlich landen wir dann erst einmal in Venedig. Je nach dem, wie viel Zeit wir noch haben, wollen wir noch ein wenig durch Italien fahren, bevor es dann wieder gen Norden, vielleicht über Liechtenstein, nach Deutschland geht.

Wenig ist fest geplant

Ihr merkt es: „mutmaßlich“, „mal schauen“, „vielleicht“ „je nach dem“. Spätestens für die Route nach der Slowenien-Etappe ist bei uns nichts festgelegt. Das ist die Folge aus unserer Erfahrung in der ersten Elternzeit: Man sollte so eine Reise nicht zu detailliert planen. Im vergangenen Jahr haben wir auf der Reise drei Mal überlegt, die Reiseroute komplett zu ändern. Einmal haben wir es getan.

Und wenn man Anne oder mich fragt, was uns gestört hat auf unserer letzten Reise, antworten wir: Die gebuchte Fähre von Genua nach Barcelona. Nicht nur, weil die Überfahrt im Rückblick echt anstrengend und die Fähre doof war, sondern, weil uns der Fähr-Termin bei unserer Etappe durch Italien so sehr im Nacken saß.

Fast startklar: Unser Wohnmobil.
Fast startklar: Unser Wohnmobil.

Ich erinnere mich an den schönen Campingplatz bei Pisa in der Toskana („Agricampeggio La Valle“ – fahrt da hin, es ist toll!) , auf dem wir gerne noch eine weitere Nacht verbracht hätten, weil es so angenehm war. Aber wir konnten nicht, weil wir pünktlich an der Fähre in Genua sein mussten, da die nunmal gebucht war. Das wollen wir bei dieser Reise besser machen. Deshalb: keine Termine. Das eröffnet uns die Freiheit, da länger zu bleiben, wo es schön ist und weg zu fahren, wenn es nicht schön ist.

Fahrt in den Herbst

Wir sind gespannt, wie weit wir kommen und wie sich auch die Jahreszeit auf unsere Reise auswirken wird. Im vergangenen Jahr sind wir im Frühjahr gestartet und kamen im Frühsommer wieder. Wir haben am zugefrorenen Reschensee in Südtirol gestanden und die ersten Frühlingssonnenstrahlen bei eisigem Wind über dem See genossen. Am Gardasee haben wir etwas später den ersten Espresso draußen in milder Frühlingsluft genossen und in Barcelona haben wir richtige Sommertage am Strand verbracht – im April. Wenige Tage später standen wir in Andorra auf fast 2000 Metern Höhe und hatten Angst, dass uns die Heizung im Wohnmobil ausfällt, weil die Temperaturen nachts unter den Gefrierpunkt fielen und wir nur noch spanisches Sommergas dabei hatten, dass bei tiefen Temperaturen oft nicht funktioniert (es hat aber alles geklappt).

Im vergangenen Jahr sind wir also in den Sommer hineingefahren – dieses Mal starten wir im Sommer und werden bis in den Spätherbst unterwegs sein. Wolljacke und Schal kommen also mit (im Augenblick unvorstellbar, schreibe ich diesen Blogbeitrag doch Ende Juli bei 36 Grad Außentemperatur in Düsseldorf), bleiben aber zunächst im Schrank. Wir schauen, wie weit wir in Shorts und T-Shirt kommen…

Und gespannt sind wir natürlich auch, wie unsere beiden Mäuse die Tour mitmachen. Wir erwarten, dass es eine völlig andere Reise wird als beim ersten Mal. Vor allem wegen Joana, die nun die „Große“ ist und ganz andere Interessen hat als bei der letzten Reise. Damals war sie acht Monate alt, als wir losfuhren und wir konnten sie prima in der Trage oder im Kinderwagen zu Ausflügen und Stadtbesichtigungen mitnehmen. Heute ist sie zwei Jahre alt und möchte spielen, sich bewegen, die Gegend erkunden. Deshalb vor allem haben wir uns dazu entschlossen, diese Reise zeitlich länger zu gestalten, jedoch eine kürzere Strecke zu fahren: drei statt zwei Monate und „nur“ etwa 3000 statt 6000 Kilometer. Wir werden mehr Zeit haben, an einem Ort zu verweilen und Joana wird Gelegenheit haben, zusammen mit uns und ihrer Schwester auf Entdeckungstouren zu gehen.

Wir freuen uns also einmal mehr auf eine spannende Zeit, dieses Mal zu viert im Wohnmobil und unterwegs durch Europa. Wenn Ihr dabei sein wollt: Abonniert unseren Newsletter!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

7 − vier =