Wohnmobilpark Willingen im Abendlicht: Toll angelegter und gepflegter Stellplatz für Wohnmobile und sogar Wohnwagen.
Wohnmobilpark Willingen im Abendlicht: Toll angelegter und gepflegter Stellplatz für Wohnmobile und sogar Wohnwagen.

Grand Départ und der Ritt auf der Hitzewelle

Wir sind unterwegs: Unsere zweite Elternzeit-Reise hat begonnen. Gestartet sind wir bei 35 Grad Hitze in Düsseldorf. Unsere ersten Stationen: Willingen im Sauerland, das selbst im Sommer schneesicher ist, und der Glutofen Leipzig.

Dunkle Wolkenberge türmen sich über uns auf, dicke Regentropfen trommeln auf das Dach, immer wieder schaukelt das Wohnmobil, wenn ein Windstoß den Wagen erfasst. Wir sind in Willingen im Sauerland, es ist kurz nach sechs Uhr morgens und ein kräftiges Gewitter entlädt sich direkt über uns.

Wir finden es gemütlich, langsam wach zu werden und aus dem sicheren Wohnmobil das wohltuende Gewitterschauspiel zu beobachten. Joana liegt hinten lang gestreckt auf dem Bett und schaut fasziniert durchs Seitenfenster in den grauen Himmel, an dem immer wieder Blitze zucken und durch den der Donner grollt. „Dunner!“ freut sie sich dann jedes Mal.

Einen Tag zuvor sind wir zu unserer zweiten Elternzeit-Reise aufgebrochen. Wieder mit unserem Wohnmobil, wieder durch Europa, diesmal aber mit zwei Kindern: Joana ist jetzt zwei Jahre alt und damit die „Große“, ihre kleine Schwester Julia ist gerade drei Monate alt geworden. Gestartet sind wir in der Gluthitze Düsseldorfs an einem der heißesten Tage dieses Jahrhundert-Sommers, der an heißen Tagen nun wirklich nicht arm war.

Wohnmobilpark Willingen: Direkt neben dem Schwimmbad

Wohnmobilpark Willingen: Toll angelegter und gepflegter Stellplatz für Wohnmobile und sogar Wohnwagen.
Wohnmobilpark Willingen: Toll angelegter und gepflegter Stellplatz für Wohnmobile und sogar Wohnwagen.

Umso wohltuender ist unser Aufenthalt in Willingen: 28 Grad kommen uns schon angenehm vor, als wir die Türen nach zweieinhalb Stunden Fahrt öffnen. Wir haben den Wohnmobilpark Willingen mehr oder weniger zufällig ausgesucht: Wir suchten nach einer Abkühlung bei der Hitze und deshalb nach einem Wohnmobil-Stellplatz mit Schwimmbad. Unsere Recherchen ergaben: Willingen. Denn direkt neben dem Stellplatz gibt es das „Lagunen-Erlebnisbad“. Das ist zwar etwas übertrieben, denn allzu erlebnisreich ist das nicht, aber als Abkühlung ist es mehr als geeignet.

Wir hätten uns aber übrigens auch auf der anderen Straßenseite gegenüber dem „Erlebnisbad“ abkühlen können, denn dort steht die Willinger Eishalle. Und die ist auch im Hochsommer in Betrieb. Es mutet fast surreal an, wenn bei 28 Grad Menschen im T-Shirt Schlittschuh laufen und kleine Berge mit Eisresten vor der Halle vor sich hin schmelzen. Das Sauerland ist also auch im Hochsommer schneesicher…

Das Sauerland ist schneesicher, selbst im Hochsommer. Zumindest vor der Eishalle in Willingen, die auch bei 34 Grad Außentemperatur in Betrieb ist.
Das Sauerland ist schneesicher, selbst im Hochsommer. Zumindest vor der Eishalle in Willingen, die auch bei knapp 30 Grad Außentemperatur in Betrieb ist.

Überhaupt, haben wir festgestellt, lohnt sich Willingen auch für einen etwas längeren Aufenthalt im Sommer oder im Herbst, gerade für Eltern mit Kindern und auch mit Wohnmobil. Der schöne Stellplatz liegt in Laufnähe zum Stadtzentrum mit seinen Restaurants und Läden. Es gibt einen Wildpark und eine Mountainbike-Strecke, die Eishalle, das Schwimmbad und: die Seilbahn auf den Ettelsberg, sozusagen den Hausberg Willingens. Der ist gute 830 Meter hoch und im Winter Abfahrtsstart für mehrere Skipisten, im Sommer für Mountainbiker. Außerdem warten auf dem Gipfel ein sehr schöner Spielplatz für die Kinder und eine „Ski“-Hütte mit kühlem Bier und halbwegs moderaten Preisen für die Großen. Die Seilbahn bringt alle das ganze Jahr über auf den Berg und, wer möchte, den bringt sie auch wieder ins Tal.

Seilbahn auf den Ettelsberg: Auch im Sommer ist Willingen ein tolles Ausflugsziel.
Seilbahn auf den Ettelsberg: Auch im Sommer ist Willingen ein tolles Ausflugsziel.

Mit der Hitze gen Osten

Uns haben der kühle Wind auf dem Berg und die angenehmen 24 Grad in Willingen nach dem Gewittermorgen gut getan – eine lang ersehnte Pause von der Hitze. Das Blöde: Die Hitzewelle wanderte weiter nach Osten – und wir fuhren mit.

Dieser Beitrag entsteht in Markkleeberg bei Leipzig, wo wir Joanas und Julias Großeltern besuchen, bei 35 Grad (gefühlt: 42 Grad) Außentemperatur. Es grummelt und blitzt – jetzt kommt das Gewitter auch hier an und wir hoffen, dass unser Ritt auf der Hitzewelle hier endet. Morgen geht es weiter gen Süden: Mit einem Zwischenstopp an der Waldnaab wollen wir nach Passau.

Wir melden uns. :-)

Über Feldwege zur Seilbahn: Mit dem Wohnmobil in Willingen unterwegs.
Über Feldwege zur Seilbahn: Mit dem Wohnmobil in Willingen unterwegs.

PS: Wir müssen den Titel „Grand Départ“ für alle Nicht-Düsseldorfer noch erklären. Denn es ist ein Seitenhieb auf unsere Stadt: Der „Grand Départ“ ist traditionell der Beginn der Tour de France. Im vergangenen Jahr fand der in Düsseldorf statt und die Tour führte auch durch unseren Stadtteil Gerresheim, fast an unserer Haustür vorbei.  Das offizielle Düsseldorf feierte sich damit, die Tour de France in die Stadt geholt zu haben. Was passierte: Das Ganze endete in einem Radrennen im Dauerregen (wofür die Organisatoren zugegebenermaßen nichts konnten), wenigen Menschen an der Strecke, viel Park-Ärger für die betroffenen Anwohner und letztlich einem noch andauernden Streit in der Lokalpolitik, wer denn nun die Millionen-Rechnung begleichen muss…

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