Anne in den Upper Hot Springs bei Banff

Ein heißes Bad am Morgen…

Ein guter Morgen in den Rocky Mountains beginnt mit einem heißen Bad. Möglichst in einer der Hot Springs, den heißen Wassern, die aus den Bergen hervorquellen. Wir danken unter anderem der Kontinentalverschiebung dafür.

Campen in der kanadischen Nachsaison hat einen Vor- und einen Nachteil. Der Vorteil: Es ist nicht mehr voll. Wo sich sommers die Camper mit ihren Wohnmobilen, die hier RVs heißen (für „recreational vehicles“) die Plätze streitig machen und es ohne vorherige Reservierung schon am frühen Nachmittag schwierig wird, auf den beliebten Campgrounds noch einen Stellplatz zu bekommen, da sind im Spätsommer und im frühen Herbst die Plätze herrlich leer, Reservierungen nicht notwendig und die Leute schön entspannt. Der Nachteil: Morgens und abends ist es kalt.

Gerade morgens fällt es uns immer schwer, aus dem warmen Bett zu steigen, weil wir wissen, dass das Wohnmobil über Nacht ausgekühlt ist. Mit Decken sitzen wir dann am Frühstückstisch. Die Gasheizung lindert die Kälte nur geringfügig – vor allem, weil die mangelnde Isolierung (es ist eben kein Wintercamping-Mobil) das bisschen Wärme sofort wieder verfliegen lässt.

Für die wohlige Aussicht auf ein morgendliches Bad in 40 Grad heißem Wasser haben wir deshalb auch manchen Umweg in Kauf genommen.

Vor der Haustür lagen in Banff die Upper Hot Springs, die aus dem „Schwefelberg“, dem Sulphur Mountain, entspringen. Schön gemacht mit kleinem Badehaus, das Umkleidekabinen und Duschen beherbergt und dem Pool mit tollem Ausblick auf die Berge.

Die Upper Hot Springs bei Banff. Ein schönes Badehaus...
Die Upper Hot Springs bei Banff. Ein schönes Badehaus…
...und ein grandioser Blick in die Berge.
…und ein grandioser Blick in die Berge.

Etwas weiter gefahren sind wir vom nördlicher gelegenen Jasper aus zu den Miette Hot Springs, die zwischen Jasper und Hinton liegen und zu deren Erreichen eine spektakuläre, aber kurvenreiche Passstrecke bewältigt werden muss. Für ein heißes Bad war uns aber auch diese gute Stunde Fahrt nicht zuviel. Hier bei den Miette Hot Springs kommt das Wasser sogar mit 54 Grad Celsius aus dem Berg und muss mit kaltem Flusswasser heruntergekühlt werden, damit man darin baden kann.

Wir haben unser morgendliches Aufwärmbad auch hier genossen. Die beiden Pools sind jeweils größer als der eine in Banff und bieten zwei unterschiedliche Temperaturen. Hübscher ist es in Banff. In Miette wäre der Bergblick allerdings noch ein wenig spektakulärer. Wäre – denn als wir dort waren, waren wir umhüllt von Wolken. Erst während der Rückfahrt haben die sich gelichtet und den Blick freigegeben.

In den Wolken: Die Miette Hot Springs östlich von Jasper.
In den Wolken: Die Miette Hot Springs östlich von Jasper.

Schön wars allemal und wir danken der Kontinentalverschiebung dafür, dass sich entlang der amerikanischen Westküsten die pazifische Kontinentalplatte unter die amerikanische schiebt. Das führt manchmal zu Erdbeben (neulich erst wieder in Kalifornien…), aber auch zu Vulkanismus. Und der lässt dann mitunter auch an der ein oder anderen Stelle schön heißes Wasser aus den Bergen sprudeln.

One comment

  1. Sabine Sopha says:

    Kanada – mein Traum! Schön habt ihr es und heiße Quellen sind eine tolle Sache, habe ich schon in Kalifornien ausprobiert. Was ihr über die Isolierung des geliehenen Wohnmobils schreibt ist ein weiterer Grund, dass wir wohl mit unserem eigenen (ganz autarken und ganz winterfesten Womo) reisen werden … Dauert aber noch ein bisschen. Auf jeden Fall werde ich gespannt weiter lesen :-)

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