6200 Kilometer Eltern-Zeit-Reise

Vielleicht muss man sie so hervorheben, die drei Elemente dessen, was wir vorhaben: Eltern sein, Zeit haben, reisen. 6200 Kilometer Elternzeit im Wohnmobil. 

Es werden tatsächlich ungefähr 6200 Kilometer, die wir zurücklegen wollen. Mit unserer kleinen Tochter Joana und in unserem Wohnmobil, quer durch Südeuropa, voraussichtlich durch acht Länder und innerhalb von acht Wochen.

Die Elternzeit, eine der sinnvolleren Erfindungen der deutschen Familienpolitik, wollen wir dazu nutzen, einerseits viel Zeit zu dritt zu verbringen, aber auch das zu tun, was wir eben gerne tun: reisen.

Denn als aus uns, dem reisefreudigen Paar Anne und Oliver, vor einem guten halben Jahr Eltern wurden, haben wir uns schon gefragt: Wars das jetzt erst einmal mit Reisen, spontanen Ausflügen und Unterwegssein? Geht das mit Kind noch?

Die Antwort ist einfach: Natürlich geht das mit Kind. Unsere Tochter Joana ist immer dann glücklich, wenn sie essen, schlafen, spielen und mit uns zusammen sein kann. Wo sie ist, ist ihr relativ egal, so lange wir nur in der Nähe sind. Warum also sollten wir dann nicht eine intensive Zeit gemeinsam verbringen und dabei die Ecken Europas kennenlernen, die kennenzulernen wir uns schon lange vorgenommen haben?

„Und wo wollt Ihr hin?“

Unsere Route sieht erst einmal so aus: Von Düsseldorf geht es zum Familienbesuch nach Markkleeberg bei Leipzig, dann zu Freunden nach München und von dort aus zur Zugspitze (mal mit der historischen Seilbahn zum Gipfel fahren, bevor sie im April nach über 50 Jahren abgebaut wird), von Grainau aus nach Österreich und über Fernpass und Reschenpass an den Reschensee in Südtirol (das ist der See, aus dem die Kirchturmspitze des versunkenen Dorfes immer noch herausragt). Ab dort rollen wir gemütlich ins Tal und damit in den Frühling (hoffen wir), passieren Bozen und Meran und suchen uns ein schönes Plätzchen für ein paar Tage am Gardasee. Dann nach Verona, Venedig und ein paar Tage später nach Florenz, durch die Toskana ans Meer und die ligurische Küste hinauf bis nach Genua.


Unsere Reiseroute. Diese eingebettete Karte von Stepmap ist stets aktuell. Routenänderungen tragen wir hier ein.

Dort haben wir den einzigen Termin unserer Reise: Am 1. April, 18 Uhr, sollten wir am Hafen sein, um die Fähre nach Barcelona zu nehmen.

Am nächsten Mittag fahren wir dann von Barcelona aus die spanische Mittelmeerküste entlang über Alicante, Grenada und Malaga bis ganz in den Süden nach Gibraltar (dem Felsen, der zu Großbritannien gehört). Gibraltar (oder wahrscheinlich ein Campingplatz in Tarifa) werden der südlichste Punkt der Reise sein.

UPDATE: Ab Barcelona haben wir die Route geändert. Wir wollten lieber an den Atlantik und sind deshalb direkt von Barcelona aus gen Norden nach Andorra gefahren, dem Zwergstaat in den Bergen zwischen Spanien und Frankreich, und von dort aus nach West quer durch das Gebirge bis nach Bilbao ins Baskenland. Danach ins französische Biarritz an der Biskaya und dann wieder gen Osten entlang der Pyrenäen-Ausläufer, diesmal auf französischer Seite, nach Carcassonne und dann ans Mittelmeer.

Ab dann gehts wieder gen Norden: Durch das spanische Binnenland und Madrid in die Pyrenäen, vielleicht durch Andorra nach Frankreich. Carcassonne, Montpellier, vielleicht Avignon und dann an die Côte d’Azur mit Nizza, Cannes, St. Tropez und Monaco, das wir gerne besuchen möchten. Dann wieder Richtung Genua und von dort straight north über Mailand an den Lago Maggiore und weiter in die Schweiz und durch den Gotthard-Tunnel. Den Vierwaldstätter See wollen wir noch sehen und dann über Schaffhausen wieder nach Deutschland fahren. Ein Familienbesuch im Schwarzwald und dann ganz grob entlang des Rheins wieder nach Düsseldorf.

So ist zumindest die Route bisher geplant.


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„Und warum ausgerechnet mit dem Wohnmobil?“

Das Schöne am Reisen mit dem Wohnmobil ist ja die Unabhängigkeit. Wir haben unsere rollende Ferienwohnung stets dabei und sind an keine Hotels, Ferienwohnungen oder an Buchungen gebunden. Wenn es uns irgendwo nicht gefällt, fahren wir weiter. Gefällt es uns gut, bleiben wir länger. Wir können die Route jederzeit ändern, abkürzen oder sogar verlängern, wenn wir schneller vorankommen als geplant. Diese Flexibilität ist auch einer der Aspekte, auf die wir uns besonders freuen.

Und wir freuen uns natürlich auch auf die „Quality Time“ als Familie. Wann sonst hat man zwei Monate am Stück Zeit für Urlaub, muss nicht ins Büro und kann sich ganz intensiv mit der kleinen Tochter beschäftigen?

„Ist das nicht gefährlich?“

Risiken sehen wir wenige. Keine unsicheren Staaten (wir bleiben innerhalb der EU – die wilde Schweiz mal ausgenommen), keine unsicheren Plätze (viele Wohnmobilisten preisen das Übernachten an wilden Standplätzen als das einzig Wahre – wir wollen lieber Campingplätze und offizielle Stellplätze nutzen) und technisch haben wir das Wohnmobil mit extra Tüv-Prüfung, Checkup und Generalprobe in Holland (dazu später noch mehr) hoffentlich auch im Griff.

Bleibt das Risiko, das jemand von uns (insbesondere Joana) krank wird. Aber dieses Risiko hätten wir auch zu Hause. Und die ärztliche Versorgung ist auch in den Ländern, die wir durchfahren, durchweg gegeben. Wir empfehlen jedoch allen, die Ähnliches planen, unbedingt den Abschluss einer Auslandskrankenversicherung mit Rückholoption für alle Fälle. Als Familie zahlen wir dafür läppische 24 Euro für das ganze Jahr und alle Familienmitglieder.

Und bei allem Fernweh: Sollte es uns oder Joana ganz und gar nicht gefallen, sind wir notfalls auch innerhalb von maximal drei Tagen wieder zu Hause.

Also: Nichts hält uns auf. Unsere Reise startet am 13. März. Wir freuen uns, wenn Ihr uns hier im Blog begleitet. Updates wird es immer wieder geben (hängt ab von Lust, Laune und Internetverbindung) und wir freuen uns über Kommentare hier oder drüben auf Facebook.

Alle Artikel zu unserer Elternzeit-Reise durch Europa gibt es hier.

One comment

  1. Caro says:

    Klingt toll was ihr da macht ! Besser kann man die Elternzeit nicht nutzen! Wir haben 2015 eine ähnliche Reise mit unserer Tochter unternommen! Und vor ein paar Tagen ist unser Sohn geboren – Grund genug an der nächsten Route zu basteln !
    Wünsche euch noch eine tolle Reise! Genießt diese einmalige Zeit ! Lg, Caro

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