5 Dinge, die man definitiv über Kanada wissen muss (5)

Kanadier arbeiten mehr als wir.

Schaffe, schaffe, Häusle baue? Da sind die Kanadier fleißiger als wir. Von den fünf bis sechs Wochen Urlaub, die wir Deutschen im Durchschnitt pro Jahr haben, können sie nur träumen. Ein gesetzlicher Mindesturlaubsanspruch? Fehlanzeige. Wer in Kanada arbeitet, kann mit etwas Glück zehn Tage bezahlten Urlaub in seinen Arbeitsvertrag verhandeln (der übrigens nur auf ausdrücklichen Wunsch schriftlich ausgefertigt wird, ansonsten gelten mündliche Absprachen). Manche Firmen gewähren auch erst nach ein oder zwei Jahren Firmenzugehörigkeit Urlaub. Manche wiederum zeigen sich generös und geben Angestellten, die länger dabei sind, auch mal drei Wochen bezahlten Urlaub. Wer also die grandiose Natur vor der Haustür genießen will, muss das in den meisten Fällen wohl unbezahlt tun.

5 Dinge, die man definitiv über Kanada wissen muss (4)

Radfahrer in Kanada leben gefährlich.

Zug um Zug will sich auch Kanada als umweltbewusste, gesundheitsbewusste und nachhaltig denkende Nation positionieren. Dazu gehören natürlich auch Radwege. Und wo die sich in den Großstädten auch schon teilweise sehr gut ausgebaut und schön gestaltet zeigen, hapert es noch erheblich bei den Überlandverbindungen.

Der Einfachheit halber führt man Radwege nicht wie bei uns separat neben Landstraßen her – sondern weist die Radfahrer an, einfach den Seitenstreißen von Landstraßen und sogar Autobahnen zu nutzen. Schilder weisen die Radfahrer dann darauf hin, dass sie an Aus- und Einfahrten darauf achten sollten, nicht überfahren zu werden („Cross here when safe“) und an manchen Autobahnkreuzen enden die „Radwege“ dann einfach.

Und wo es eng wird zwischen Auto- und Fahrradfahrern, beispielsweise an Straßentunneln, gibt es eine besondere Vorrichtung: Dort können Radfahrer auf einen Knopf drücken. Dann beginnen an den Tunneleinfahrten Lichter zu blinken, die den Autofahrern signalisieren, dass sich Radfahrer im Tunnel befinden.

Radfahrer, bitte Knopf drücken. Blinklichter signalisieren den Autofahrern dann, dass Ihr im Tunnel seid. Aber beeilt Euch.
Radfahrer, bitte Knopf drücken. Blinklichter signalisieren den Autofahrern dann, dass Ihr im Tunnel seid. Aber beeilt Euch.

Eine gruselige Nacht und ein langer Weg

Ein Motel liegt einsam in der Landschaft. Über dem Haus funzelt die „Motel“-Neonreklame und der Name des Inhabers steht darunter: Baits. Ja, wir wissen das: Das Motel in Hitchcocks Klassiker „Psycho“ wird von Norman Bates geführt und der wird nunmal anders geschrieben. Aber als wir in den kleinen Ort Spences Bridge kamen, wuchs in uns beiden die Beklemmung. Irgendwo in eine Szene von Hitchcock, dem Thriller „Sieben“ oder Stephen King fühlten wir uns hineinversetzt.

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Annes Tierliste

Mit dem festen Vorsatz, möglichst viele möglichst imposante Tiere zu sehen, sind wir nach Kanada geflogen. Natürlich haben wir keine Listen abgehakt, aber dennoch: Diese Tiere hier haben wir während unserer Reise gesehen. Weiterlesen >

5 Dinge, die man definitiv über Kanada wissen muss (3)

Mal was zum Thema Konsum: Wir brauchen Kräuter in Tuben.

Wer campt, muss praktisch denken. Darin sind Amerikaner Meister. Sie richten ihr Trachten sehr stark darauf aus, sich das Leben zu erleichtern. Die hässlichen Seiten dieses Bestrebens sind dann Drive-In-Restaurants, Briefkästen in Seitenfensterhöhe, die man nur mit dem Auto anfahren kann (und angehupt wird, wenn man es wagt, Post zu Fuß wegzubringen) und Straßen ohne Bürgersteige, weil man sowieso mit dem Auto fährt.

Bis auf die Drive-Ins haben wir diese Extreme hier in Kanada noch nicht gefunden, wohl aber eine der positiven Seiten: Für Camper unentbehrliche Kräuter in Tuben.

Frische Bio-Kräuter (!) werden gehackt und mit etwas Wasser in Tuben gekühlt verkauft. Eine einfache Kräuterpaste, mit der sich prima Salate, Soßen und das morgendliche Frischkäse-Brötchen würzen lassen. Warum gibt es das in Europa nicht? Denken wir zu unpraktisch?