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Durchs Neuseenland und zum Wetterstein

Tag 4 unserer Reise und die ersten 1000 Kilometer sind gefahren: Wir waren im Neuseenland, in Bayreuth, sind durch München-Schwabing spaziert und stehen mit unserem Wohnmobil nun mitten im Wettersteingebirge, am Fuße der Zugspitze.

Das „n“ ist schon richtig. Wir sind tatsächlich durchs Neuseenland gefahren, nicht down under, sondern mitten in Deutschland: Braunkohleabbau hinterlässt stets garstige Mondlandschaften, weil Braunkohle im Tagebau gefördert wird – ein fast zu schmeichelnder Begriff dafür, dass ganze Dörfer, Wiesen, Wälder, Flüsse, auch Straßen und ganze Autobahnen einfach weggebaggert werden, um an den Rohstoff zu kommen – und man in der Regel nichts mehr mit den Löchern in der kaputten Landschaft anfangen kann. Die naheliegende Idee: Wasser reinfüllen. So geschehen auch im Braunkohle-Tagebaugebiet rund um die sächsische Metropole Leipzig. Deshalb erstrecken sich nun dort, wo sich früher die Braunkohlebagger in die Landschaft fraßen, große Seen.

Wir waren am Markkleeberger See, der seinen Namen von der angrenzenden Gemeinde Markkleeberg hat, die wiederum im Begriff ist, sich von einem (schon zu DDR-Zeiten wohlhabenden Bergbauort) in einen mehr oder weniger mondänen Badeort zu verwandeln. Die neue Uferpromenade ist schon fertig, Bootsverleih und „7-Seen-Rundfahrt“ werden schon angeboten, Restaurants und Ausflugsgastronomie sind im Entstehen und die kleinen Bäumchen, die man rund um den See gepflanzt hat, müssen noch ein paar Jahre wachsen, bis sie im Sommer zu Schattenspendern werden. Aber alles in allem: Ein schöner Ort, um zu segeln, zu baden oder auch zu paddeln. Weil die Seen fast alle nach und nach durch Kanäle miteinander verbunden werden, kann man in den Cospudener See und von dort bis in die Leipziger Innenstadt mit dem Boot fahren (die innerstädtische Etappe sind wir mal mit dem Kajak gefahren).

Der Markkleeberger See: Wo früher Braunkohle abgebaut wurde, ist eines der größten Wassersportgebiete Deutschlands mitten im Binnenland entstanden.

40 Kilometer westlich von Markkleeberg (wo wir Joanas Großeltern besucht haben) haben wir dann den Kurs gesetzt, der uns ans Mittelmeer führen soll: Seither fahren wir südwärts.


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Die Nacht haben wir in Bayreuth verbracht, wo die „Lohengrin-Therme“ lobenswerter Weise einen schön ausgestatteten Wohnmobil-Stellplatz betreibt (6 Euro die Nacht, Strom und Wasser kosten extra). Bayreuth, haben wir bei dieser Gelegenheit in Erfahrung gebracht, ist auch so noch einmal einen Besuch wert. Toll angelegte Gärten und Parks sowie beeindruckende Architektur faszinieren Anne, Braukunst und Katakomben – am besten in Kombination – sind was für mich. Wir kommen wieder. 😉

Park mit Womo-Stellplatz an der Lohengrin-Therme in Bayreuth. Schön!

Kontrastprogramm am nächsten Tag: Wir sind durch den Münchner In-Stadtteil Schwabing und dort durch den Luitpoldpark spaziert. In München haben wir liebe Freunde besucht (und Lust auf einen Wohnmobil-Urlaub verbreitet). Eigentlich wollten wir danach nur noch ein paar Kilometer weiter an den Starnberger See, um dort die Nacht zu verbringen, haben uns aber noch auf der Autobahn dazu entschlossen, einfach noch eine gute halbe Stunde weiterzufahren und bis Garmisch-Partenkirchen durchzusausen.

Und so stehen wir nun auf dem luxuriösen „Camping Resort Zugspitze“ (es gibt tatsächlich Campingplätze mit fünf Sternen) mit ziemlich atemberaubenden Blick auf die Zugspitze. Die ist Teil der Ostalpen, genauer: des Wettersteingebirges, und der höchste Berg Deutschlands. Morgen wollen wir dort hoch (einer nach dem anderen, denn die Höhe von knapp 3000 Metern wird Joana nicht so gut bekommen, so dass immer jemand mit ihr im Tal bleiben wird) und schauen, wie er aussieht, der erste, wenn man es denn wörtlich nimmt, „Höhepunkt“ unserer Reise.

Wir werden berichten.

Den Schulterblick hat sie schon fast drauf, fahren geht noch nicht, aber hupen durchaus, wenn man (sich selbst) nur fest genug aufs Lenkrad drückt: Joana am Steuer. 

Die Elternzeit-Reise mit dem Wohnmobil
Anne und Oliver unternehmen eine achtwöchige Elternzeit-Reise mit ihrer kleinen Tochter Joana. Sie fahren mit einem Wohnmobil durch Südeuropa und bloggen hier über die Reise. Alle Beiträge über die Elternzeit-Reise finden sich in dieser Übersicht. Unsere Erfahrungen mit Wohnmobil-Reisen mit Kind haben wir in einem eigenen Beitrag aufgeschrieben.

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One comment

  1. Karsten says:

    Wieder mal ein sehr schöner Bericht der uns an eurer großen Reise teilhaben läßt.
    So wie es scheint ist euch bis jetzt auch noch nicht langweilig geworden und Joana scheint die Reise auch zu genießen.
    Wünsche euch weiterhin gute Fahrt und bin schon auf die nächsten Neuigkeiten gespannt.
    Ganz viel Spaß noch.

    Gruß
    Karsten

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