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4 Dinge, die wir gelernt haben… übers Wohnmobil-Reisen

…über das Reisen im Wohnmobil und in der Vorsaison. Wir sind jetzt drei Wochen unterwegs (fünf Wochen kommen noch) und haben einige Erkenntnisse insbesondere über das Reisen in der Vorsaison errungen. Unsere ersten vier „Learnings“.

1. Viele Campingplätze haben in der Vorsaison noch geschlossen. Das ist nicht weiter überraschend und das hatten wir auch eingeplant. Allerdings hatten wir nicht vorhergesehen, wie dürftig die Informationspolitik vieler Campingplatzbetreiber ist. Websites sind noch auf dem Stand von wahlweise 2016, 2015 oder 2014, Campingführer bieten keine zuverlässige Hilfe (im besten Falle behelfen sie sich mit dem Hinweis „Angaben über Öffnungszeiten liegen nicht vor“, im schlimmsten Falle stehen einfach falsche Daten dort und man selbst vor verschlossenem Tor).

Wir haben uns nach dem zweiten Erlebnis dieser Art zur Angewohnheit gemacht, jeden Campingplatz, den wir anfahren wollen, noch einmal nachzurecherchieren. Meistens geht das über die Preisliste, sofern eine im Netz steht, denn die ist – wundersamerweise – eigentlich immer aktuell und auf ihr stehen auch die Saisonzeiten neben den Preisen. Ansonsten hilft: anrufen. Wenn da nach wiederholtem Versuche niemand ans Telefon geht, ist das ein gutes Indiz dafür, dass der Platz geschlossen ist (Siesta-Zeiten beachten).

2. Campingführer sind unzuverlässig. Wenn mich jemand fragte, welchen Campingführer ich denn empfehlen könnte – guten Gewissens könnte ich diese Frage nicht beantworten. Wir haben verschiedene Reise- und Campingführer dabei, unter anderem den ADAC-Camping- und Stellplatzführer Europa als iPhone-App und den ACSI-Führer als iPad-App sowie in der Windows-Version für Annes Laptop (gibts nur für Windows, nicht nur den Mac und auch nur auf CD-ROM. Es war ein Akt, dieses Programm auf den Laptop zu kriegen – wer hat denn heute noch CD-Laufwerke?) und finden, dass keiner vollständig und wirklich zuverlässig ist.

Es fehlen Plätze, es sind Plätze gelistet, die es gar nicht mehr gibt und manchmal stimmen die Daten nicht (siehe auch oben). Beim ACSI-Führer kommt hinzu, dass insbesondere die iPad-App ziemlich unbenutzbar ist, weil in etwa alle Regeln für gute grafische Gestaltung und Benutzerführung außer acht gelassen wurden (das ist übrigens die konsequente Übersetzung aus dem gedruckten Führer ins Digitale: Das Buch ist auch unglaublich kompliziert und umständlich aufgebaut).

Wir raten also von ACSI ab und würden am ehesten noch den ADAC-Führer empfehlen, weil der sich als am umfassendsten herausgestellt hat (recherchiert die Angaben trotzdem immer nach!). Die Reiseführer, die wir dabei haben, listen als Übernachtungsmöglichkeiten in den unterschiedlichen Orten oft auch Campingplätze. Diese Angaben sind jedoch mit noch mehr Vorsicht zu genießen als die in den spezialisierten Campingführern, denn die Auflagen der Reiseführer werden nicht jährlich erneuert. Die Angaben veralten also zusehends.

3. WLAN auf Campingplätzen ist Glückssache. Mittlerweile preisen die meisten Campingplätze ihr kostenloses WLAN an. Bisher haben wir aber selten ein wirklich stabil funktionierendes WLAN vorgefunden. Auf vielen Plätzen gibt es das Netz nur in bestimmten Bereichen (meistens rund um die Rezeption), so dass in weiter entfernten Bereichen meist kein Signal mehr zu empfangen ist. Oft ist zwar das Signal zu empfangen, Daten werden trotzdem nur spärlich übertragen. Wahrscheinlich, weil der gesamte Campingplatz an einer DSL-Leitung hängt. Für uns, die wir von unserer Reise bloggen und auch Bilder hochladen wollen, ist das ziemlich enervierend. Wir behelfen uns immer wieder mit dem Datenroaming-Volumen unserer Mobilfunkverträge, aber auf diese Weise sind die auch schnell verbraucht.

4. Einen Staubsauger statt eines Heizlüfters mitnehmen. Wir sind im März und April unterwegs – da ist es selbst in Italien und Spanien noch recht kühl. Deswegen haben wir, zusätzlich zur Gas betriebenen Womo-Heizung, noch einen kleinen elektrischen Heizlüfter mitgenommen. Wir haben ihn allerdings bisher nur zwei Mal eingesetzt – beide Mal aber nicht etwa, weil die normale Womo-Heizung nicht ausreichend gewesen wäre, sondern weil wir nachts in der „Wickel-Ecke“ (also im Bereich des französischen Bettes im hinteren Teil des Wagens, Joana wickeln mussten. Das geht erfahrungsgemäß mit weniger Geschrei vonstatten, wenn die Umgebungstemperatur für sie angenehm ist. Aber selbst in diesen Situationen hätten wir auf den Heizlüfter letztlich auch verzichten können. Viel sinnvoller wäre es gewesen, den Tipp zu befolgen, den Freunde uns gegeben haben, und einen Staubsauger speziell für Boote und Wohnmobile mitzunehmen, der klein genug und auch am 12-Volt-Stromnetz lauffähig ist. Der fehlt uns hier gerade leider häufiger…

Die Elternzeit-Reise mit dem Wohnmobil
Anne und Oliver unternehmen eine achtwöchige Elternzeit-Reise mit ihrer kleinen Tochter Joana. Sie fahren mit einem Wohnmobil durch Südeuropa und bloggen hier über die Reise. Alle Beiträge über die Elternzeit-Reise finden sich in dieser Übersicht. Unsere Erfahrungen mit Wohnmobil-Reisen mit Kind haben wir in einem eigenen Beitrag aufgeschrieben.

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